Workshop - Wie man Videobilder digitalisiert


Dieser Beitrag erscheint fast gleichlautend in Go64!, Heft 5/97. Er bezieht sich vor allem auf den Scanntronik Digitizer, trifft aber auch auf die beiden Printtechnikgeräte zu.

Wer beim Betrachten der Bilder von Frank Wagenknecht ins Schwärmen gerät, sollte nicht vergessen, daß der Digitizerlader, mit dem die Show erstellt wurde, bereits 4 Jahre auf dem Buckel hat! Seit 4 Jahren schon kann man solche Bilder mit dem Brotkasten erzeugen! In Heft 1/94 der 64'er wurde er vorgestellt...

Hier ein paar genauere Informationen darüber, was man so alles braucht, wenn man selber video-digitalisieren möchte. Drei Wege führen zum Ziel.

Erster Weg: Ihr habt eine Scanntronik-Grundausrüstung, also den Digitizer, die Farbscheiben und das Programm "Digifox" bzw. "Digison". Damit lassen sich sehr gute Schwarzweiß- und weniger gute Farbbilder herstellen. Die Digifox-Software berechnet aus 64 Farbschattierungen 16 Farben für ein standardgemäßes Koalabild. Hier zwei Beispiele. Das Bild meines Pavillons hier ist durch GoDot von B&W 640x400 auf Multicolor 320x200 umgerechnet worden.

Pavillon greyscaled

Das andere ist meine alte Gitarre im Koala-Original, was besonders gut gelungen war (die Farben sind recht ähnlich).

Gitarre Koala

Zweiter Weg: Ihr habt die gleiche Ausstattung wie oben und zusätzlich GoDot. Die Ergebnisse sind sehr gut, allerdings bekommt ihr immer 320x200-Bilder, diese jedoch in 16 echten Graustufen und echtem Hires (GoDot-Hires: jeder Punkt hat seine eigene Farbe). Es hat sich herausgestellt, daß die erheblich besseren Farbroutinen GoDots (der ldr.4BitRGB nimmt 3 mal 4 Bit als Berechnungsgrundlage, also maximal 4096 Farben) einen großen Nachteil der 64er-Digitizer unangenehm herausstellen: sie unterdrücken nicht das Farbträgersignal, das jede Kamera an das Gerät schickt! Daher hat man bei Farbkameras unter GoDot leider mit scheinbar schlechteren Bildqualitäten zu kämpfen. Nur sehr kontrastreiche Bildmotive gelingen. Abhilfe: beschafft euch eine Schwarzweiß-Kamera (z.B. bei Conrad Electronic), damit gibt es keine Farbträgerprobleme. Wer schon beim Kaufen ist, sollte sich auch gleich echte Glasfarbfilter besorgen, sie liefern erheblich bessere Ergebnisse.

Dritter Weg: Der beste! Ausstattung wie vorher, zusätzlich ein Digisplitter. Ein Splitter trennt die Farbanteile des Videosignals auf, bevor sie an ein Darstellungsgerät geschickt werden. Bessere Ergebnisse sind gar nicht möglich, da Rot, Grün und Blau in reiner Form abgeliefert werden. Probleme: a) Woher bekommt man noch einen Digisplitter!? b) Es muß ein Splitter sein, der manuell gesteuert werden kann (wo man also per Tastendruck die Farbe wechselt). Beide Probleme können wir hier nur an euch und die Hardwarehersteller weitergeben. Hier ein Beispiel von Frank Wagenknechts Bildern wie sie als Farbauszüge aussehen (die drei Farbauszüge haben wir hier zu einer Kollage zusammengebastelt).

RGB Auszüge

Mit dem C64 kann man solche Bilder mit 4096 Farben doch gar nicht anzeigen!? Nein, leider nicht. Aber man kann die drei Teilbilder bereits unter GoDot zu einem guten Farbbild zusammenrechnen. Dazu muß man die Auszüge vorher als 4Bit-Bilder abspeichern (mit svr.4BitGoDot) und dabei die Namen so wählen, daß sie mit einem Kürzel beginnen, das die aktuelle Farbe bezeichnet (also: "R.", "G." und "B." mit Punkt). Wer so vorgegangen ist, kann danach von ldr.4BitRGB (oder manchmal besser von ldr.4BitRGBd) automatisch das Farbbild berechnen lassen. Der Lader sucht nach diesen Kürzeln, fehlen sie, muß man die Namen jedesmal von Hand anklicken. Das neu entstandene Bild ist wie beim Digison ein Standard-Multicolorbild, wegen der 12-Bit-Grundlage aber besser als dort. Das obige Beispiel mit ldr.4BitRGBd umgerechnet:

Werbdither

Die andere Möglichkeit bietet sich für User, die an einen PC herankommen können. Dazu speichert man in GoDot jeden Farbauszug als PCX-Bild mit der Option "Gray Scale" (svr.PCX) und transportiert die Auszüge z.B. mit "Big Blue Reader" und einer 1571 oder 1581 zum PC (Achtung: DOS-Filenamen! Die Punkte in Unterstriche verwandeln und ".PCX" dahintersetzen!) Dort benutzt man am besten das Programm "Paintshop Pro" (für Windows 95). Nach dem Laden der drei Teilbilder geht man so vor:

Colors - Increase Color Depth - 256 Colors
Image - Channels - Combining...
Red Channel Source: "R_xxxxx.PCX"
Green Channel Source: "G_xxxxx.PCX"
Blue Channel Source: "B_xxxxx.PCX"
Ok

Und so sieht das dann aus:

Girl1

Für den Rückimport zum C64 bietet sich entweder das PCX-Format (ergibt aber riesige Files) oder GIF (87a, nicht interlaced!), was empfehlenswert ist. Wer will, kann die Bilder vorher für C64-Verhältnisse optimieren.

Ein Aufruf an dieser Stelle:

  • Welcher C64-Hardwarehersteller oder -vertreiber kann noch Digisplitter anbieten? Egal, ob manuell oder automatisch. Wege, die Geräte zu nutzen, werden sich schon finden!

  • Automatische Digisplitter sind zwar auch schwierig aufzutreiben, es gibt sie dennoch häufiger als manuelle. Wer kann eine einfache Schaltung beschreiben oder herstellen, die es erlaubt, z.B. per Kassettenport, den Splitter anzusteuern? Wir würden diese Schaltung in GoDot unterstützen!

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Arndt Dettke
god.ADettke@t-online.de

Copyright © 1996, A. Dettke, Last Updated - 20.04.97